Freibad als Naturbad mit Fahrradhotel

Die AfD in Herdecke tritt ein für die Umgestaltung des Freibades in ein modernes und kostengünstiges Naturbad. Als Ergänzung schlagen wir den Bau eines Fahrradhotels auf der ehemaligen Eislauffläche vor.

Ungenutzte Eislauffläche vor dem Freibad
Ungenutzte Eislauffläche vor dem Freibad

Durch die direkte Lage am Ruhrtalradweg wäre ein Fahrradhotel ein idealer Zwischenstopp für Eltern, die mit ihren Kindern nach der Radtour eine Abkühlung im Wasser suchen. Auch eine Zusatzübernachtung könnte vielen Gästen in den Sinn kommen.

Die Bleichsteinwiese bildet mit ihren Grünflächen, Spiel- und Sportplätzen eine zudem sehr gut angebundene Begegnungsfläche und muss daher vollständig erhalten bleiben.

Eine Gastronomie für die übergreifende Versorgung von Freibadgästen, Radtouristen und Nutzern der Bleichsteinwiese sowie der angrenzenden Sportflächen ist für die AfD die perfekte Ergänzung.

Ausführliche Analyse zur Zukunft des Freibades

Drohender Verlust der Lebensqualität in Herdecke

Als Ergebnis der Haushaltsberatungen schlagen die Herdecker Parteien Schließungen von Freibad, Musikschule oder Stadtbücherei vor. Weitere Ideen sind die Streichungen der Herdecker Maiwoche oder des Abenteuerspielplatzes in der ersten Hälfte der Sommerferien.

Allein der Wegfall des Abenteuerspielplatzes, den bereits Generationen von Kindern gerne besuchten, wird viele Herdecker Familien heftig treffen. Herdecker Eltern wissen, dass Ihre Kinder dort in besten Händen und bis zum Nachmittag optimal versorgt sind. Ohne dieses Filetstück Herdecker Lebensqualität sind schlagartig bis zu drei Wochen mehr an Kinderbetreuung zu leisten, was berufstätige Eltern, die keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder haben, vor große organisatorische Probleme stellen wird.

Der Kämmerer der Stadt Herdecke Frank Zagler hat Mitte Oktober in seiner sehr guten Rede zur „Haushaltseinbringung 2019“ zu Recht deutlich gemacht, dass es bei den Haushaltsberatungen „ans Eingemachte“ gehen muss. Ferner fordert er „einen offenen Dialog, um die Weichen auf einer breiten Basis und langfristig verlässlich für eine angemessene Weiterentwicklung der Stadt zu stellen“.

Die Herdecker Parteien verweigern diesen offenen Dialog jedoch. Sie beschränken sich bei ihren Vorschlägen auf Streichungen der oben genannten freiwilligen Leistungen.

Kein Parteienvertreter spricht öffentlich die zunehmenden Kosten an, die durch Asylsuchende ohne Bleibeperspektive, also ausreisepflichtige oder geduldete (und damit noch immer ausreisepflichtige!) Personen, direkt oder indirekt verursacht werden und den Herdecker Haushalt stark belasten.

Dass anerkannte Flüchtlinge aus Kriegsgebieten unsere Hilfe erhalten sollen, ist unstrittig. Aber Personen, die gemäß Gerichtsbeschluss ausreisepflichtig sind, können nicht dauerhaft bleiben.

Die Anzahl dieser Personen stieg von 97 im Januar 2017 auf 142 im Juli 2018. Da das Land Nordrhein-Westfalen für diese Personengruppe die Kostenpauschale von 866 Euro pro Person und Monat nicht erstattet, bleibt unsere Kommune auf diesen Kosten sitzen. Rechnet man den Juli-Wert auf zwölf Monate hoch, ergeben sich Jahreskosten von 1.475.664 Euro. Legt man die Ist-Kostenerhebung aller NRW-Kommunen aus dem Jahre 2017 zu Grunde, müsste dieser Wert 25 % höher und damit bei 1.844.580 Euro liegen.

Wenn der Kämmerer in seiner Rede erwähnt, dass in den „Bereichen Brandschutz und Rettungsdienst sowie im Asylbereich und in der Ganztagsbetreuung seit 2015 insgesamt 15 zusätzliche Stellen geschaffen werden mussten“, wäre es für die Bürger sicherlich interessant zu wissen, wie viele Stellen im Asylbereich geschaffen werden mussten und welche Kosten seitdem jährlich dafür anfallen. Auch mittelbare Kosten für Rechtsansprüche auf Kindergarten und Beschulung sowie in der medizinischen Versorgung fallen an. Welche Anteile sind in der Kreisumlage von knapp 14 Millionen Euro für den Asylbereich enthalten? Welche versteckten Kosten gibt es sonst noch?

Alle diese Zahlen müssen auf den Tisch und den Bürgern präsentiert werden.

Solange keine Bereitschaft besteht, dieses konkrete und essentielle Problem anzusprechen und zu lösen, stellt sich nicht die Frage, ob man Freibad, Stadtbücherei oder Musikschule schließt. Es stellt sich vielmehr die Frage, in welcher Reihenfolge dies passiert und wie lange es dauert, bis all das verschwunden ist.

Von diesem Prozess werden sämtliche freiwilligen Leistungen betroffen sein, also auch die Maiwoche, der Abenteuerspielplatz, das Wuselnest, die Wuseloase, das FachWerk und alles, was unserer schönen Heimatstadt attraktiv für alle Generationen macht.

Und was kommt, wenn es keine freiwilligen Leistungen mehr gibt, die man streichen kann?

Ein böses Erwachen und die Erkenntnis, dass man früher etwas hätte tun müssen.

Daher fordern wir die Ratsvertreter ausdrücklich auf, jetzt die Kosten des Asylbereichs vollständig zu erfassen und darzulegen. Weiterhin ist dringend angezeigt, bei der Ausländerbehörde des Kreises die Durchsetzung von Ausweisungen zu forcieren und die stillschweigenden Verlängerungen von Duldungen umgehend zu beenden.

Nur so kann der Erhalt der Herdecker Lebensqualität gelingen, die wir Herdecker Bürger so schätzen.

Zukunft des Herdecker Freibades

Für eine zukünftige Nutzung des Freibades bzw. der Grünfläche am Bleichstein in Herdecke werden aktuell zwei Alternativen diskutiert. Oliver Haarmann, der stellvertretende Sprecher des Kreisverbandes Ennepe-Ruhr der Alternative für Deutschland (AfD), analysiert die bisher bekannten Optionen. Er liefert einen weiteren Vorschlag als Diskussionsgrundlage und hofft auf eine Lösung zum Wohle seiner Heimatstadt Herdeckes.

Option 1 – Sanierung des Freibades

Aufgrund des Alters der Anlage könnte die Reparatur bzw. Sanierung des Freibades kostentechnisch zu einem Fass ohne Boden werden. Impulse für eine zukünftig intensivere Nutzung – und damit einhergehende Mehreinnahmen – blieben aus. Maximal gleichbleibende Einnahmen stünden tendenziell steigende Wartungskosten gegenüber.

Selbst bei Erlangung der maximalen staatlichen Zuschüsse bliebe ein größerer Betrag offen, der durch die Stadt Herdecke getragen werden müsste.

Option 2 – Wellness-Hotel als Betreiber des Freibades

Mit dem Verkauf der Grünfläche am Bleichstein und dortiger Errichtung eines Wellness-Hotels könnte die Stadt Herdecke einen einmaligen Verkaufserlös sowie dauerhafte Steuermehreinnahmen erzielen und vermutlich Arbeitsplätze in der Stadt ansiedeln. Verpflichtet sich der Hotelbetreiber zudem, den Betrieb des Freibades zu übernehmen, würden die Wartungskosten für die Stadt wegfallen oder zumindest sinken.

Dieses Szenario klingt aus finanzieller Sicht verlockend, ist aber zu hinterfragen.

Ob und zu welchen Konditionen sich ein möglicher Hotelbetreiber den Betrieb des Freibades als dauerhaften Kostenpunkt „ans Bein bindet“ ist, ist mehr als ungewiss.

Es ist zu erwarten, dass ein Investor diese „Kröte“ nur bei einem stark geminderten Kaufpreis der Grünfläche, bei erhöhten und damit wenig sozial verträglichen Eintrittspreisen oder sonstigem starken Entgegenkommen der Stadt „schluckt“.

Mit dem Wegfall der Grünfläche, des Tartan-Platzes und womöglich auch des Spielplatzes, verlöre Herdecke einen Bereich, der vielseitig und dauerhaft genutzt wird und nicht zuletzt den Einwohnern zu Gute kommt. Diese Begegnungsfläche ist wunderschön gelegen und zudem durch Radwege, die angrenzende Parkfläche und die Nähe zur Innenstadt sehr gut erschlossen.

Die Frage, ob die Gäste eines Wellness-Hotels zusätzlich Geld in die Kassen von Herdeckes Gastronomie und Einzelhandel brächten, ist mehr als angebracht. Wer Wellness bucht, bleibt üblicherweise in seiner Anlage, denn genau da befindet sich all das, was einen Wellness-Touristen zu seiner Buchung bewegt. Zu einer merklichen Erhöhung der Besucherzahlen im Freibad käme es somit vermutlich nicht.

Ob der aktuelle, und m. E. zurecht sehr beliebte Herdecker Catering-Service „Bartwurststand Smith“ bei einem Investor mit eigenständiger Gastronomie im Freibad bleiben könnte, darf bezweifelt werden. Vorbei wären damit die Freibadzeiten eines Betriebes, der durch hervorragendes Essen glänzt, und sein vorbildliches soziales Engagement u. a. mit seiner Aktion „Ein Essen aufs Haus“ zeigt.

Zusammenfassend drängt sich diese Option nicht auf.

Option „Naturbad mit Familienhotel“ als Diskussionsvorschlag

Eine Umwandlung des Freibades in ein Naturbad mit einem angrenzenden Familienhotel in unmittelbarer Nähe zum Ruhrtalradweg könnte ein guter Mittelweg sein.

Familienhotel

Durch die direkte Lage am Ruhrtalradweg wäre ein Familienhotel ein idealer Zwischenstopp für Eltern, die mit ihren Kindern nach der Radtour eine Abkühlung im Wasser suchen. Auch eine Zusatzübernachtung könnte vielen Gästen in den Sinn kommen.

Konkurrenz wäre in Herdecke zwar durch den Zweibrücker Hof gegeben, aber ein Radtourist, der mit Frau und Kindern unterwegs ist, bevorzugt sicher eine familiärere Unterkunft mit angrenzenden Grünflächen und Bolzplätzen. Eine Ausstattung des neuen Hotels mit Ladestationen für E-Bikes wäre ein weiterer umsetzbarer Pluspunkt.

Ein Angebot, das über den aus Jugendtagen allseits bekannten Hagebuttentee hinausgeht, macht so ein Hotel auch außerhalb der Rad-Saison für Besucher von Messen, Veranstaltungen oder Weihnachtsmärkten in Dortmund, Bochum oder Düsseldorf interessant.

Naturbad

Die kursierenden Kosten von 4-5 Millionen Euro für die Sanierung des Freibades sind immens und scheinen beim Erhalt des Freibades unvermeidbar. Bei einer solchen Summe ist es aufgrund der Haushaltslage der Stadt geboten, eine zukunftsfähige Lösung bei minimalen Kosten anzustreben. Bei einer Neugestaltung des Freibads müssen die aufgrund der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft absehbar sinkenden Besucherzahlen und die erhöhten Ansprüche der Gäste Berücksichtigung finden.

Die Wasserfläche sollte verkleinert, vorhandene Einrichtungen (z. B. Wasserrutsche) aber weiterhin in die Badlandschaft eingebunden bleiben. Die Installation neuer wartungsarmer Attraktionen sollte geprüft und ggf. durchgeführt werden. Eine ganzjährige Nutzung scheint nur mit großen Investitionen möglich zu sein, würde zusätzliche Wartungskosten nach sich ziehen und drängt sich daher nicht auf.

Bei einer biologischen Wasseraufbereitung könnte bei gewohnt klarem Wasser auf chemische Zusätze – wie z.B. Chlor – verzichtet werden. Die Nutzung von Solartechnologie zur Erwärmung des Wassers wäre ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

Beispiele für solche modernen Bäder sind das „Froschloch“ in Dortmund-Hombruch und das für das Jahr 2020 geplante Naturbad in Ennepetal, welches 3 bis 3,5 Millionen Euro kosten soll.

Das Leader-Förderprogramm der Europäischen Union bietet u. a. Fördermittel für den Umbau von Freibädern zu Naturbädern. Eine Recherche nach weiteren Fördermitteln muss erfolgen.

Fazit

Mit diesem Maßnahmenbündel käme die Stadt Herdecke den veränderten Ansprüchen und dem gestiegenen Gesundheits- und Umweltbewusstsein der Gäste entgegen. Zudem könnten die Verringerung der Wasserfläche und der Verzicht auf Zusatzstoffe die Betriebskosten spürbar und vor allem langfristig senken. Gerade Herdecker Familien würden profitieren, denn das Bad bliebe zu sozialverträglichen Kosten nutzbar und die Grünfläche als Gemeinfläche vorhanden.

Die Schaffung einer Lokalität, aus der heraus ein Gastronom (gerne der bisherige) nicht nur die Freibadgäste, sondern auch die Gäste außerhalb des Freibades versorgen kann, schafft erhöhten Umsatz und daher Mehreinnahmen für die Stadt. Dies wäre ein Anziehungspunkt für Radtouristen, Spaziergänger und Nutzer der Grün- bzw. Tartan-Flächen am Bleichstein. Wer hat am Bleichstein nicht schon mal nach dem Sport oder beim Besuch des Spielplatzes mit den Kindern eine Möglichkeit vermisst, sich vor Ort ein Eis oder ein Kaltgetränk zu kaufen.

Notwendige Investitionen durch den Umbau des Freibades in ein Naturbad könnten durch eine Verkleinerung des Bades und einen Teilverkauf der Liegefläche des Bades zwecks Errichtung eines Familienhotels abgefedert werden. Die Erhöhung der Attraktivität des Freibades in Kombination mit einem Familienhotel könnte zu höheren Besucherzahlen und damit Mehreinnahmen führen.

Bei allen Überlegungen sollte geprüft werden, inwiefern sich die bereits existierende Infrastruktur in ein Konzept für ein neu zu gestaltendes Areal für Hotel oder Gastronomie integrieren lässt. Es ist abzuwägen, ob Sanierungen Sinn machen oder Neubauten dauerhaft Kosten senken.

Abschließend sei klar gesagt, dass dieses Szenario ohne genaue Kenntnis von Kosten sowie weiterer Details erstellt wurde. Im Rahmen einer Vorstudie müssten u. a. tiefgreifende Analysen aller Kosten, des Besucherverhaltens, der bautechnischen Optionen sowie der bestehenden Fördermöglichkeiten zwingend durchgeführt werden.

Lassen Sie uns den Dialog ergebnisoffen starten für unser schönes Herdecke!