Für Freiheit und Vielfalt in Herdecker Vorgärten

In seiner letzten Sitzung am 06.06.2019 stimmten die Vertreter von Grünen, SPD und der unabhängige Wählergemeinschaft im Ausschuss für Umwelt und Klima für einen Antrag der Grünen, in Herdecke eine Vorgartensatzung zu schaffen. Entschieden wird darüber in der Ratssitzung am 04.07.2019.

Die grüne Sicht

Dr. Klaus Reuter von den Grünen erklärt, dass man bei einem Gang durch Herdecke „in vielen Vorgärten viel Kies oder Schotter“ sehe. Als Negativ-Beispiel für die Versiegelung von Grünflächen nennt er einen neuen Parkplatz vor der Zeppelinstraße 71.

Auch Iris Stelzer von der unabhängigen Wählergemeinschaft führt bspw. als „Argumente“ für solch eine Satzung, dass „wir“ den Herdeckern „ja auch Vorgaben zur optischen Gestaltung“ machen und daher auch festlegen können, dass „wir grüne Vorgärten wollen“.

Dieses gezeichnete und vollkommen überzogene Bild von den Herdecker Vorgärten suggeriert, dass Herdecker Bürgerinnen und Bürger ihre Vorgärten ohne Rücksicht auf die Natur gestalten und dabei hauptsächlich Kies oder Steine verwenden. Die Darstellung der gepflasterten Fläche eines Parkplatzes, den es bereits vor dessen Umgestaltung gab, lässt die Situation noch dramatischer erscheinen.

Die Realität der liebevoll gestalteten Vorgärten

Meine Wahrnehmung ist eine vollkommen andere. In allen Herdecker Stadtteilen sehe ich liebevoll gestaltete Vorgärten, in denen vor allem Pflanzen, aber auch gestalterische Elemente wie Gabionen Steine oder Holz verwendet werden. Die Bürgerinnen und Bürger gestalten ihre Vorgärten genauso, wie sie es selbst möchten. Dies geschieht sehr facettenreich und ohne jede Art von Bevormundung durch eine Vorgartensatzung. Die Art und Weise der Gestaltung dieser Vorgärten unterliegt dabei lediglich den Wünschen und Möglichkeiten ihrer Schöpfer. Der Fokus kann dabei bspw. auf einer pflegeleichten oder kostenminimalen Gestaltung, einer mannigfaltigen Kombination verschiedenster Pflanzen und Gestaltungselemente oder auf einem Wildgarten liegen. Gerade diese Vielfalt macht Vorgärten so attraktiv und sehenswert.

Die Vorgartensatzung als bürokratisches Monstrum

Nun soll eine Vorgartensatzung geschaffen werden, die die gestalterische Freiheit der Bürgerinnen und Bürger einschränken soll. Welches bürokratische Monstrum wird da geschaffen? Wird es zukünftig Kontrollen von bestehenden Gärten geben oder gar Sanktionen bei Einsatz der falschen Materialien oder Pflanzen? Muss ein Gartenliebhaber dann die Umgestaltung seines eigenen(!) Gartens bei der Stadt beantragen? Gibt es womöglich bald eine Vollzeitstelle eines Vorgartenschutzbeauftragten? Was für Kosten fallen für das Gesamtpaket der Maßnahmen an und welcher Nutzen steht diesen Kosten gegenüber?

Informationskampagne und Gestaltungswettbewerb statt Bevormundung

Die Grünen müssen bei dem aktuell herrschenden politischen Klima von den Vertretern der Altparteien keine Gegenwehr erwarten, da diese um ihre verbliebenen Wähler bangen. Sie können die Installation einer Vorgartensatzung vorschlagen und sich Hoffnungen auf deren Umsetzung machen. Vermutlich müssen wir zukünftig auch mit einer „Blumenkasten-Verordnung“ oder einer „Kräutergarten-Richtlinie“ rechnen.

Die Alternative für Deutschland wird nicht einknicken und fordert, die geplante Bevormundung der Herdecker Bürgerinnen und Bürger durch eine Vorgartensatzung zu unterlassen.

Stattdessen schlagen wir vor, im Rahmen einer Informationskampagne die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten in den Vorgärten aufzuzeigen, sowie die resultierenden Vor- und Nachteile für die heimische Pflanzen- und Tierwelt zu beschreiben. Solch ein Ideengeber und ein ergänzender Wettbewerb für die Gestaltung des schönsten Herdecker Vorgartens wird positive Effekte bei der Gestaltung der Vorgärten auslösen und zu einer stärkeren Identifikation der Herdecker mit ihrer Stadt führen.

Der Preis für solch ein Maßnahmenpaket wird die einmaligen und laufenden Kosten für die Einsetzung einer Vorgartensatzung deutlich unterschreiten und zu einer positiven Resonanz in der Bevölkerung führen. Statt kostenverursachenden Verboten, verfolgt die Alternative für Deutschland somit einen umfassenden und aufklärenden Ansatz, um die Herdecker Bürgerinnen und Bürgern bei der Gestaltung noch schönere Vorgärten zu unterstützen.